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Das Vorurteil, Holzhäuser seien im Fall eines Brandes nicht sicher, hält sich hartnäckig. Aber das völlig zu Unrecht: Moderne Holzhäuser erfüllen die Vorschriften der Bauordnung in Sachen Brandschutz zuverlässig und halten den Flammen so lange stand wie Massivbauten. Professor Dr. Stefan Winter von der Universität Leipzig unterstreicht diese Tatsache durch eine umfangreiche Teststudie.
Jeder, der sich am Kaminfeuer wärmt, macht die Erfahrung, dass Holz im Allgemeinen leicht brennt. Jeder, der schon mal einen Holzscheit in Brand gesetzt hat, macht aber auch die Erfahrung, dass Holz nicht gleich Holz ist. Es kommt auf das Holzmaterial drauf an - das heißt, von welchem Baum stammt es - , es kommt auf die Trockenheit des Holzes an und hängt von der Stärke und Dichte ab.
Holzbauten müssen, wie alle anderen Bauten auch, den gesetzlichen Regelungen des Brandschutzes entsprechen. Das Baurecht kennt verschiedene Brandschutzklassen, die sich auf die sogenannte ,Feuerwiderstandsdauer' beziehen, und die gelten ausnahmslos für alle Baumaterialien.
Professor Winter ist anerkannter Experte in Sachen Brandschutz - sowohl bei Holzhäusern, als auch bei anderen Gebäuden. Seine umfangreichen Studien und Analysen zum Brandverhalten belegen, dass in der ersten halben Stunde ein Gebäude selbst nicht an der Brandentwicklung beteiligt ist. Teppiche, Gardinen, Bodenbeläge und kunststoffbeschichtete Möbel stellen in dieser Zeit die Hauptgefahrenquelle dar. Sie nehmen den Brand auf, tragen ihn weiter und führen zu giftiger Rauchentwicklung. Und dieser Umstand ist in allen Häusern, ob Holz oder Stein, derselbe. Doch auch später ist die Brandgefahr im Eigenheim aus Holz nicht größer als bei Massivbauten. Stefan Winter, an dessen Lehrstuhl die Studie durchgeführt wurde, hält moderne Holzkonstruktionen für sicher: "Tatsache ist, die Vorbehalte gegen die Holzbauweise sind überholt - und das seit mindestens zwei Jahrzehnten." Holz brennt zwar, aber eben kontrolliert und langsam: Fangen zum Beispiel tragende Bauteile aus Holz mit großem Durchmesser Feuer, brennen zunächst die äußeren Schichten. Die dabei entstehende Kohleschicht wirkt wiederum isolierend und hält die Temperatur im Kern vergleichsweise niedrig. Wenn ein Bauteil aus Holz brennt, bleibt seine Stützfunktion also erhalten: Die tragenden Teile der Holzkonstruktion trotzen den Flammen mindestens 45 Minuten!
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